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Freude

"Freut euch an allem, was der Ehre Gottes dient und Frieden und Freundlichkeit unter den Menschen fördert."

John Wesley (1703 - 1791)

Dienstag 10. April 2018 13:00Alter: 17 days
/ Kategorie: Weltweit, JK CH-F

Modelle für die Einheit in der Vielfalt: drei Vorschläge für die Zukunft der methodistischen Kirche

Die Methodist/innen befassen sich intensiv damit, wie sie mit unterschiedlichen Positionen zur menschlichen Sexualität innerhalb ihrer Kirche umgehen können. Im Mai werden dem Bischofsrat der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) drei mögliche Modelle vorgelegt.

Bischof Sandra L. Steiner Ball (Photo:Heather Hahn, UMNS)

Vom 4.-7. April tagte der «Connectional Table», ein Leitungsgremium, in dem 64 Personen, Laien und Ordinierte, miteinander Dienste, Mission und Ressourcen der weltweiten EMK koordinieren. Im Rahmen dieser Tagung orientierte Bischöfin Sandra Steiner Ball aus West Virginia (USA) über die Arbeit der Kommission «Ein Weg in die Zukunft», deren Mitglied sie ist. Die Kommission hat sich mit den Fragen auseinandergesetzt, wie die EMK mit den unterschiedlichen Haltungen zu Fragen der menschlichen Sexualität umgehen kann, die seit 1972 immer wieder die Diskussionen an der Generalkonferenz, dem obersten Gremium der EMK, prägten und die Kirche zu spalten drohten.

 

Umsetzen - delegieren - teilen?

An der Tagung des Bischofsrats der weltweiten EMK Anfang Mai wir die Kommission «Ein Weg in die Zukunft» dem Bischofsrat drei Modelle vorlegen, wie die Ordnung der Kirche künftig aussehen könnte. Grob sehen diese drei Modelle unterschiedlichen Entwürfe für die kirchliche Struktur vor:

  • Das traditionelle Modell würde die aktuellen Formulierungen in der Kirchenordnung bestätigen und versuchen, deren Durchsetzung zu forcieren. In der Kirchenordnung heisst es, «praktizierte Homosexualität» sei «unvereinbar mit der christlichen Lehre». Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare sind demnach in der EMK verboten. In der amerikanischen Fassung dürfen zudem Personen, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen, auch nicht als Pfarrpersonen ordiniert werden.

  • Das Modell der einen Kirche würde die restriktive Sprache der Kirchenordnung entfernen und die Entscheidungsfindung um Ordination oder Segnung dezentralisieren: Die Entscheidung läge dann bei den Konferenzen oder gar bei den Ortsgemeinden. Der Bischofsrat müsste hierbei noch einen Vorschlag ausarbeiten, welche Ebene der Kirche über solche Fragen der Ehe oder Ordination bestimmen würde. Das Modell schützt explizit auch die Rechte jener, deren Gewissen es ihnen nicht erlaubt, Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare durchzuführen oder LGBTQ-Personen zu ordinieren.

  • Das Modell der verschiedenen Zweige würde die fünf US-Jurisdiktionen durch drei Konferenzen ersetzen. Diese drei Konferenzen erstrecken sich jeweils über das gesamte Gebiet der USA. Ausgehend von der unterschiedlichen Haltung zu Fragen der menschlichen Sexualität gäbe es einen progressiven, kontextuellen und traditionellen Zweig. Die Zentralkonferenzen in Afrika, Asien und Europa würden so bleiben, wie sie jetzt sind und sich einem dieser Zweige zuordnen. Dieser Plan würde eine Änderung der Kirchenverfassung und also eine Zustimmung durch die Mehrheit der Mitglieder der Jährlichen Konferenzen erfordern.

     

Respektvoll diskutieren

Der Bischofsrat wird in seiner Sitzung Ende April / Anfang Mai über die Modelle beraten und auch entscheiden, ob er der ausserordentlichen Tagung der Generalkonferenz im Frühjahr 2019 eines oder mehrere dieser Modelle vorlegt.

Bischöfin Steiner Ball forderte bei ihrer Präsentation dazu auf, diese Modelle respektvoll zu diskutieren. «Sie spiegeln die Menschen wieder, die in unseren Kirchgemeinden sind», sagte sie, «und sie repräsentieren auch die Menschen, zu denen uns Gott berufen hat.»

 

Quelle: UMNS

 

[UPDATE:

Am 11. April hat der Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche den Justizrat gebeten darüber zu entscheiden, welche Petitionen für die vom 23.-26. Februar 2019 vorgesehene Sondersitzung der Generalversammlung eingereicht werden können.


«Es soll die Frage geklärt werden, ob zusätzliche Petitionen, die über den Bericht der Kommission ‹Ein Weg in die Zukunft› und des Bischofsrats hinausgehen, der Sondersitzung der Generalkonferenz vor deren Zusammenkunft im Februar 2019 vorgelegt werden können», sagte Bischof Bruce R. Ough, Präsident des Bischofsrates.

 

Quelle: Bischofsrat]

 

Weitere Informationen:

Zur Arbeit der Kommission «Ein Weg in die Zukunft»

Zum Umgang der EMK in der Schweiz mit diesen Fragen

 

 


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